5 Video-Argumente gegen Milch

1. ARGUMENT GEGEN MILCH: GEGEN DIE MILCHINDUSTRIE

Diese Recherche zeigt die Bedingungen in der konventionellen europäischen Milchkuh-Haltung — die Besuche in den Ställen fanden allerdings offenbar mit Anmeldung statt.


2. ARGUMENT GEGEN MILCH: GEGEN DIE SOG. BIOHALTUNG

Diese Undercover-Aufnahmen stammen aus einem Stall mit Kühen, deren Milch mit dem EG-Bio-Siegel verkauft wird.

3. ARGUMENT GEGEN MILCH: GEGEN EINE “BESSERE” BIOHALTUNG

Damit eine Kuh Milch gibt, muss sie erst ein Kalb gebären, das in der Regel direkt nach der Geburt von ihr getrennt wird — auch bei der kleinen Almbäuerin. Ich bin nicht sicher, ob es Milcherzeugung ohne das gibt, wer da etwas weiß, melde sich. Bei jeder Milch, die im Supermarkt oder auf dem Wochenmarkt verkauft wird, ist es mit Sicherheit der Fall gewesen.

4. UND 5. ARGUMENT GEGEN MILCH: FÜR EINE ANDERE EINSTELLUNG ZU RINDERN

Solange nichtmenschliche Tiere zur “Erzeugung” bestimmter “Produkte” genutzt werden, steht dieser Nutzen im Vordergrund. Rinder werden dann primär als “Lieferanten” von Milch und Fleisch gesehen. In Wirklichkeit sind Rinder aber individuelle Subjekte mit einer eigenen Perspektive auf die Welt, die positive und negative Erfahrungen machen, komplexe Wünsche und Bedürfnisse haben. Rinder sind nicht “für uns” oder “zur Milcherzeugung” da, sondern für sich selbst — oder auch einfach so, genau so wie wir auch.2

HINTERGRUND:

In der tierethischen Literatur werden zahlreiche Argumente diskutiert, mit denen die These untermauert werden soll, dass bestimmte oder alle Formen der Nutzung nichtmenschlicher Tiere moralisch problematisch sind. Solche Argumente involvieren moralische Intuitionen, empirische Tatsachen über tierliche Fähigkeiten, Kohärenzerwägungen, Universalisierungsprinzipien und derlei mehr.

Manchmal wird allerdings behauptet, solche theoretisch-ethischen Argumente spielten eine zweifelhafte Rolle. Erstens seien sie nicht das beste Mittel, um Menschen zu einer Änderung ihrer Einstellung und ihres Verhaltens zu bewegen: viel wirksamer wären Filme und Bilder von den Zuständen, direkte eigene Erfahrungen mit Tieren oder auch ein Schlachthofbesuch. Zweitens könnte die ethische Debatte von der eigentlichen, krassen Realität der Tierausbeutung, von der Gewalt, Grausamkeit und dem Leiden ablenken und sie zu einem handhabbaren “Thema” für “ethische Bedenken” machen, über das akademisch ruhig diskutiert werden kann. 1

Die Alternative zu theoretisch-ethischen Überlegungen besteht darin, die Realität zu zeigen: es wird nicht mehr dazu aufgefordert, bestimmten Prämissen zuzustimmen und rationale Schlüsse nachzuvollziehen, sondern dazu, sich der Wirklichkeit der Tierausbeutung wirklich auszusetzen — und auch dazu, sich durch Beobachtung und Interaktion anstatt durch Theorie einer Einschätzung tierlicher Subjektivität zu nähern.

Unmittelbare Erfahrungen der Tierhaltung oder Interaktionen mit Tieren konnten hier nicht geboten werden, stattdessen also nur Videos. Sie fungieren als Argumente in dem Sinne, dass sie zu einer bestimmten Haltung und einem bestimmten Verhalten auffordern — obwohl sie eben keine Argumente im herkömmlichen Sinne sind.
Wozu sie auffordern, ist Veganismus und Tierbefreiungsaktivismus — zumindest erscheint mir das als zwingende Reaktion auf das, was die Videos zeigen.

  1. Vgl. Cora Diamond über “deflection” in “The Difficulty of Reality and the Difficulty of Philosophy.”, in Philosophy and Animal Life, hrsg. von Cavell/Diamond, Columbia UP 2008.
    Drittens besteht auch die Gefahr, wenn man auf die ethische Perspektive fokussiert, dass man die ökonomischen und politischen Dimensionen der Tierhaltung unterschätzt. Vgl. dazu Marco Maurizi, “Marxismus und Tierbefreiung”, in Das steinerne Herz der Unendlichkeit erweichen, hrsg. von Susann Witt-Stahl, Alibri 2007.
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  2. Dazu sehr empfehlenswert: http://www.berliner-zeitung.de/kultur/meine-tiere-lebewesen-oder-lebensmittel-,10809150,20798158.html und http://www.peta.de/web/joshemiljulchen.4001.html [zurück]